
„MADE IN …“
In der Werkreihe „MADE IN …“ setze ich mich mit Fragen von Identität, Herkunft und gesellschaftlicher Zugehörigkeit auseinander. Ausgangspunkt der Arbeiten sind reale Personalausweise von Menschen mit Migrationserfahrung – Dokumente, die normalerweise als offizieller Nachweis von Existenz, Herkunft und persönlicher Identität fungieren.
Die Ausweisfragmente werden collageartig in großformatige Leinwände eingearbeitet und mit Spachtelmasse, Farbschichten und monochromen weißen Überlagerungen verbunden. Dadurch entstehen reliefartige Oberflächen, in denen Sichtbarkeit und Verdeckung permanent miteinander konkurrieren. Einzelne Details – Fotografien, Nummern, Namen oder Strukturen – treten hervor und verschwinden zugleich wieder im Material.
Die Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Objekt und Spurenträger. Der Personalausweis erscheint dabei nicht nur als bürokratisches Dokument, sondern als Symbol für Anerkennung, Kontrolle, Erinnerung und Zugehörigkeit. Durch die teilweise Überdeckung verlieren die Dokumente ihre ursprüngliche Funktion der eindeutigen Identifikation und verwandeln sich in fragile Fragmente persönlicher Geschichte.
Das Weiß der Arbeiten kann dabei unterschiedliche Zustände markieren: Schutzraum und Leerstelle, Auslöschung und Neubeginn, Unsichtbarkeit und Projektion. Die materiellen Schichtungen verweisen auf Prozesse des Ankommens, der Anpassung und der permanenten Aushandlung von Identität innerhalb gesellschaftlicher Räume.
„MADE IN …“ hinterfragt Herkunft nicht als feste Zuschreibung, sondern als komplexen, oft widersprüchlichen Zustand zwischen Erinnerung, Bewegung und Neubestimmung. Die Werke thematisieren die Spannung zwischen individueller Erfahrung und institutioneller Erfassung – zwischen dem Menschen und seinem dokumentierten Abbild.
Durch die Verwendung realer Dokumente entsteht eine unmittelbare Nähe zu den dargestellten Biografien, ohne diese vollständig preiszugeben. Die Personen bleiben präsent, aber fragmentiert – sichtbar und zugleich entzogen. Gerade in dieser Ambivalenz entfaltet die Arbeit ihre zentrale Aussage über Identität im Kontext von Migration und Zugehörigkeit.

Ein Haus ist etwas Privates. Es spricht über den Menschen, der es bewohnt – über seine Ordnung und sein Chaos. Es zeigt aber auch seine Ruhe, seine Sicht auf die Welt, seine Ästhetik.
Diese persönliche Erfahrung meines kreativen Schaffens möchte ich in „THE HOUSE“ zeigen. Wenn jemand mein Haus betritt, soll er ein Stück von mir erkennen: meine Gedanken, meinen Antrieb, das, was mich geprägt hat.
Diese Einflüsse bündele ich in „THE HOUSE“ und zeige sie in den Werken, die ich male. In ihnen verbergen sich Geschichten aus meiner Arbeit als Filmemacher. Immer wieder findet man Fragmente aus fertigen Filmen oder Teile aus Drehbüchern. Reale Menschen treffen auf fiktive Figuren.
Die Arbeiten zeigen eine Welt voller Konsum, aber auch voller Vorurteile – besonders gegenüber dem Fremden. Der immer wiederkehrende Kopf, den ich male, spiegelt die Gesellschaft wider. Er ist das System. Gleichzeitig kann er für alles stehen: für das Gute wie für das Schlechte. Er ist wie Jesus und nimmt die ganze Last der Menschen auf sich.

Was früher als Warnhinweis für minderwertige Produkte gedacht war, steht heute für Qualität – und genau diese Qualität durfte ich bei meinem Freund Stephen Owusu und seinen Jungs in Hamburg erleben.
Ich bin dankbar, als Co-Regisseur an seiner Serie Section 8 mitgewirkt zu haben – und noch dankbarer, dass ich das Ganze einen Tag lang fotografisch begleiten durfte.
Besonders bewegt hat mich aber die Inspiration, die ich aus dieser Erfahrung für mein eigenes Projekt mitgenommen habe: „Made in Germany“.
In meinem Projekt geht es um Identität – um junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund, die in Deutschland aufwachsen, geprägt von unterschiedlichsten kulturellen Einflüssen. Sie kommen aus verschiedenen Hintergründen, doch sie alle leben in demselben Land – für manche Heimat, für andere ein Ort, der sich manchmal noch fremd anfühlt.
Was sie verbindet, ist der Zusammenhalt. Und genau diesen möchte ich in meinen Arbeiten sichtbar machen.
Denn egal, ob man hier geboren wurde oder nicht, ob man Schwarz oder Weiß ist – wir alle sind Teil dieser Gesellschaft. Made in Germany bedeutet für mich nicht nur Herkunft, sondern auch Miteinander: voneinander lernen, füreinander da sein, sich gegenseitig stärken – und keine Grenzen zwischen uns ziehen.
„Meine Arbeiten verbinden die physische Struktur von Spachtelmasse mit Farbschichten und fragmentarischen Abdrucken echter Personalausweise – Spuren individueller Identität im materiellen und abstrakten Raum.“

SORRY, I’M WHITE!
Eine ironische Entschuldigung oder die Auseinandersetzung mit meiner Identität?** Meine Kunst ist keine Antwort auf diese Frage, sondern vielmehr eine Einladung, sie gemeinsam zu hinterfragen. Was ist meine Identität wirklich? Ist sie auf eine Hautfarbe reduziert? Auf eine politische Bewegung oder eine bestimmte gesellschaftliche Rolle? Für mich geht es darum, einfach Mensch zu sein. Diese universelle Erfahrung – der Rhythmus des Lebens, der sich in meiner Kunst widerspiegelt – ist die wahre Inspirationsquelle. Filme, Musik, Geschichte, kulturelle Einflüsse – all das prägt uns, während wir erwachsen werden. Doch am meisten beeinflussen mich meine eigenen Beobachtungen. Auf der Straße spüre ich die Strömungen des Lebens, die Farben, die sich wie Wasser bewegen. Sie sind der Puls meiner Werke. Ich folge diesem Rhythmus wie im Jazz, ganz ohne nachzudenken, wer ich bin oder ob ich „es darf“. Denn wahres Lernen und respektvolles Zusammenleben entstehen, wenn wir uns gegenseitig begegnen und voneinander lernen. Ich sehe mich nicht als Moralapostel, sondern als Gesprächspartner. Meine Kunst ist der Dialog, der über Identität und Kultur hinausgeht. Denn egal, wer du bist oder woher du kommst, du bist ein Mensch. Du hast Hände, Füße, Augen und ein Gehirn – also unterscheidet uns nicht die Hautfarbe, sondern die kulturellen Unterschiede, von denen wir so viel lernen können. Also – warum sollten wir uns fragen, ob wir das „dürfen“? Vielmehr sollten wir uns fragen, wie wir zusammen etwas Neues erschaffen können.

„MADE IN …“
In der Werkreihe „MADE IN …“ setze ich mich mit Fragen von Identität, Herkunft und gesellschaftlicher Zugehörigkeit auseinander. Ausgangspunkt der Arbeiten sind reale Personalausweise von Menschen mit Migrationserfahrung – Dokumente, die normalerweise als offizieller Nachweis von Existenz, Herkunft und persönlicher Identität fungieren.
Die Ausweisfragmente werden collageartig in großformatige Leinwände eingearbeitet und mit Spachtelmasse, Farbschichten und monochromen weißen Überlagerungen verbunden. Dadurch entstehen reliefartige Oberflächen, in denen Sichtbarkeit und Verdeckung permanent miteinander konkurrieren. Einzelne Details – Fotografien, Nummern, Namen oder Strukturen – treten hervor und verschwinden zugleich wieder im Material.
Die Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Objekt und Spurenträger. Der Personalausweis erscheint dabei nicht nur als bürokratisches Dokument, sondern als Symbol für Anerkennung, Kontrolle, Erinnerung und Zugehörigkeit. Durch die teilweise Überdeckung verlieren die Dokumente ihre ursprüngliche Funktion der eindeutigen Identifikation und verwandeln sich in fragile Fragmente persönlicher Geschichte.
Das Weiß der Arbeiten kann dabei unterschiedliche Zustände markieren: Schutzraum und Leerstelle, Auslöschung und Neubeginn, Unsichtbarkeit und Projektion. Die materiellen Schichtungen verweisen auf Prozesse des Ankommens, der Anpassung und der permanenten Aushandlung von Identität innerhalb gesellschaftlicher Räume.
„MADE IN …“ hinterfragt Herkunft nicht als feste Zuschreibung, sondern als komplexen, oft widersprüchlichen Zustand zwischen Erinnerung, Bewegung und Neubestimmung. Die Werke thematisieren die Spannung zwischen individueller Erfahrung und institutioneller Erfassung – zwischen dem Menschen und seinem dokumentierten Abbild.
Durch die Verwendung realer Dokumente entsteht eine unmittelbare Nähe zu den dargestellten Biografien, ohne diese vollständig preiszugeben. Die Personen bleiben präsent, aber fragmentiert – sichtbar und zugleich entzogen. Gerade in dieser Ambivalenz entfaltet die Arbeit ihre zentrale Aussage über Identität im Kontext von Migration und Zugehörigkeit.

Ein Haus ist etwas Privates. Es spricht über den Menschen, der es bewohnt – über seine Ordnung und sein Chaos. Es zeigt aber auch seine Ruhe, seine Sicht auf die Welt, seine Ästhetik.
Diese persönliche Erfahrung meines kreativen Schaffens möchte ich in „THE HOUSE“ zeigen. Wenn jemand mein Haus betritt, soll er ein Stück von mir erkennen: meine Gedanken, meinen Antrieb, das, was mich geprägt hat.
Diese Einflüsse bündele ich in „THE HOUSE“ und zeige sie in den Werken, die ich male. In ihnen verbergen sich Geschichten aus meiner Arbeit als Filmemacher. Immer wieder findet man Fragmente aus fertigen Filmen oder Teile aus Drehbüchern. Reale Menschen treffen auf fiktive Figuren.
Die Arbeiten zeigen eine Welt voller Konsum, aber auch voller Vorurteile – besonders gegenüber dem Fremden. Der immer wiederkehrende Kopf, den ich male, spiegelt die Gesellschaft wider. Er ist das System. Gleichzeitig kann er für alles stehen: für das Gute wie für das Schlechte. Er ist wie Jesus und nimmt die ganze Last der Menschen auf sich.

Was früher als Warnhinweis für minderwertige Produkte gedacht war, steht heute für Qualität – und genau diese Qualität durfte ich bei meinem Freund Stephen Owusu und seinen Jungs in Hamburg erleben.
Ich bin dankbar, als Co-Regisseur an seiner Serie Section 8 mitgewirkt zu haben – und noch dankbarer, dass ich das Ganze einen Tag lang fotografisch begleiten durfte.
Besonders bewegt hat mich aber die Inspiration, die ich aus dieser Erfahrung für mein eigenes Projekt mitgenommen habe: „Made in Germany“.
In meinem Projekt geht es um Identität – um junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund, die in Deutschland aufwachsen, geprägt von unterschiedlichsten kulturellen Einflüssen. Sie kommen aus verschiedenen Hintergründen, doch sie alle leben in demselben Land – für manche Heimat, für andere ein Ort, der sich manchmal noch fremd anfühlt.
Was sie verbindet, ist der Zusammenhalt. Und genau diesen möchte ich in meinen Arbeiten sichtbar machen.
Denn egal, ob man hier geboren wurde oder nicht, ob man Schwarz oder Weiß ist – wir alle sind Teil dieser Gesellschaft. Made in Germany bedeutet für mich nicht nur Herkunft, sondern auch Miteinander: voneinander lernen, füreinander da sein, sich gegenseitig stärken – und keine Grenzen zwischen uns ziehen.
„Meine Arbeiten verbinden die physische Struktur von Spachtelmasse mit Farbschichten und fragmentarischen Abdrucken echter Personalausweise – Spuren individueller Identität im materiellen und abstrakten Raum.“

SORRY, I’M WHITE!
Eine ironische Entschuldigung oder die Auseinandersetzung mit meiner Identität?** Meine Kunst ist keine Antwort auf diese Frage, sondern vielmehr eine Einladung, sie gemeinsam zu hinterfragen. Was ist meine Identität wirklich? Ist sie auf eine Hautfarbe reduziert? Auf eine politische Bewegung oder eine bestimmte gesellschaftliche Rolle? Für mich geht es darum, einfach Mensch zu sein. Diese universelle Erfahrung – der Rhythmus des Lebens, der sich in meiner Kunst widerspiegelt – ist die wahre Inspirationsquelle. Filme, Musik, Geschichte, kulturelle Einflüsse – all das prägt uns, während wir erwachsen werden. Doch am meisten beeinflussen mich meine eigenen Beobachtungen. Auf der Straße spüre ich die Strömungen des Lebens, die Farben, die sich wie Wasser bewegen. Sie sind der Puls meiner Werke. Ich folge diesem Rhythmus wie im Jazz, ganz ohne nachzudenken, wer ich bin oder ob ich „es darf“. Denn wahres Lernen und respektvolles Zusammenleben entstehen, wenn wir uns gegenseitig begegnen und voneinander lernen. Ich sehe mich nicht als Moralapostel, sondern als Gesprächspartner. Meine Kunst ist der Dialog, der über Identität und Kultur hinausgeht. Denn egal, wer du bist oder woher du kommst, du bist ein Mensch. Du hast Hände, Füße, Augen und ein Gehirn – also unterscheidet uns nicht die Hautfarbe, sondern die kulturellen Unterschiede, von denen wir so viel lernen können. Also – warum sollten wir uns fragen, ob wir das „dürfen“? Vielmehr sollten wir uns fragen, wie wir zusammen etwas Neues erschaffen können.
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